400km am Stück: Vellmar - Schlamersdorf in 25 Stunden

Jun 19 2026

Ja, ein gutes Stück Wahnsinn ist da sicher mit im Spiel gewesen. 400km. Mit dem Fahrrad. Ohne Schlaf. Okäääiiiii...?

Und dann erwische ich noch einen schwülen Tag mit für die Nacht angekündigten Gewittern. Naja, Ich bin um 16:45 Uhr gut eine Stunde früher gestartet als geplant, um etwas Puffer zu haben. Bis Göttingen lief alles prima, auf 50km hat man hier schon das erste Drittel aller Höhenmeter der Tour unter den Reifen - hinter der nördlichen Stadtgrenze brauten sich die Unwetter rund um mich langsam zusammen.

Die Gewitter haben wetterleuchtenderweise ihren Reigen um mich getanzt während ich den mittleren Teil der Tour durch die Nacht gefahren bin. Das Wetterleuchten begann ca. um 23:00 Uhr und endete erst morgens um 5:30 Uhr. So viele Blitze habe ich in einer Nacht noch nie gesehen. Gut, dass die Gewitterzellen immer ein paar Kilometer von mir entfernt blieben.

Einmal kam mir ein Unwetter so nah, dass ich mir einen Unterschlupf gesucht habe, denn Regenradar und die böige Windsituation ließen mich befürchten, dass es mich hier erwischen sollte. Es zog dann aber doch haarscharf nördlich an mir vorbei und nach dieser ungeplant längeren Pause ging's dann weiter Richtung Hamburg. Bei einer weiteren kleinen Pause hatte ich Besuch von rund einem Dutzend Glühwürmchen. 😃 Das war total süß.

Pünktlich zum Sonnenaufgang ging in der Lüneburger Heide ein fantastisches Vogelkonzert los. In Celle hatten gegen 6 Uhr die ersten Bäcker geöffnet - also war hier Zeit für ein Frühstück mit ordentlich Koffein.

Solche Distanzen teilt man sich am besten in kleine, übersichtliche Etappen ein. Das nächste Teilziel war jetzt die Elbfähre hinter Winsen an der Luhe. Mit einigen PKWs und einem halben Dutzend Radlerinnen und Radlern teilte ich mur die Überfahrt. Das Personal hat auf solchen Verkehrsmitteln immer einen coolen Spruch auf den Lippen. So auch hier. Die Gummibärchen in meiner Hand wurden kurzerhand als zusätzliche Passagiere identifiziert. Immerhin konnte ich den Fährmann mit ein paar von ihnen bestechen. Und - zack! - war ich an Nordufer der Elbe.

In den Wirrungen hanseatischer urbaner Straßenbaustellen handelte ich mir noch einen Plattfuß ein. Die Dichtmilch schaffte es so eben nicht, das Loch allein zu flicken. Ich half mit einem klebrigen Textilstreifen nach und das Tubeless System hielt sein Versprechen einer schnellen und problemlosen Weiterfahrt.

Uber einen hübsch beschatteten Bahntrassenradweg ging's nach Ahrensburg und mein Ziel Schlamersdorf/Travenbrück erreichte ich gegen 17:35 Uhr. Für die ziemlich genau 400km habe ich also knapp 25 Stunden benötigt. Ohne Reifenpanne und Gewitterpause wären 24 Stunden Reisezeit sicher möglich gewesen. Vielleicht beim nächsten Mal. 😁

Die Tour auf Komoot: